Am 4. Juli 2026 waren Teilnehmer der Reservistenkameradschaft Dieburger Land zu Gast auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt („Muna“) im Wald bei Münster (Hessen). Bei bestem Sommerwetter erlebte unsere Gruppe eine rundum gelungene Führung über einen der geschichtsträchtigsten Orte der Region – gefolgt von einem gemütlichen Kameradschaftstreffen. Es war eine interne Veranstaltung unserer Kameradschaft, zu der auch Familie und Freunde herzlich eingeladen waren.

Führung über das ehemalige Muna-Gelände
Durch den Vormittag führte uns Kevin Dunn, der uns das weitläufige Areal mit Ausstellung, Naturerlebnispfad, Bunkeranlagen und Aussichtsplattform näherbrachte. Vom früheren Sperrgebiet bis zum heutigen Biotop spannte sich dabei ein weiter Bogen: Wo einst Munition und im Kalten Krieg sogar nukleare Sonderwaffen lagerten, grasen heute Wisente und Przewalski-Pferde in einem eingezäunten Naturschutzareal.
Ein besonderer Ort ist der ehemalige Patriotbunker, in dem heute die Ausstellung „MUNATUR – Von der Munitionsanstalt zum Biotop“ der Gemeinde Münster untergebracht ist. In Bild, Text und Ton zeichnet sie die wechselvolle Geschichte des Geländes nach und macht sie unmittelbar erlebbar.
Vom Rüstungsstandort zum NATO-Sonderwaffenlager
Die Geschichte der Muna reicht bis ins Jahr 1939 zurück, als hier die Lufthauptmunitionsanstalt Dieburg errichtet wurde – ein streng geheimer Standort zur Fertigung und Lagerung von Luftwaffenmunition, getarnt und abgeschottet mitten im Wald. Bei Kriegsende im März 1945 wurden große Teile der Anlagen gesprengt.
Ab den 1950er-Jahren übernahm die US-Armee das Gelände und betrieb es über rund 50 Jahre als Munitionsdepot. Als „NATO Site 111″ wurde die Muna im Kalten Krieg zu einem besonders gesicherten Sonderwaffenlager: In einem eigens umzäunten Bereich mit Wachtürmen lagerten taktische Atomwaffen. Später kamen Bunker für das Flugabwehrsystem „Patriot“ hinzu. Infolge des INF-Vertrags wurden die nuklearen Waffen bis Ende 1991 abgezogen, 1995 verließ das US-Militär den Standort endgültig. Seitdem hat sich die Natur das Areal zurückerobert – ein „Lost Place“, der zugleich zu einem wertvollen Biotop geworden ist.
Kevin Dunn – Zeitzeuge und Guide zugleich
Der besondere Wert dieser Führung lag darin, dass Kevin Dunn nicht nur die historischen Fakten vermittelte, sondern als ehemals hier stationierter Offizier der US-Army seine eigene Geschichte einbrachte. Mit zahlreichen Anekdoten und der amerikanischen Sichtweise auf den Standort machte er die Vergangenheit lebendig und greifbar. Diese persönliche Perspektive haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer als das Highlight des Tages hervorgehoben – eine Führung, die man so kein zweites Mal erlebt.
Kameradschaftlicher Ausklang
Im Anschluss an die Tour kehrten wir gemeinsam in die nahegelegene Gaststätte „Auszeit bei Maki“ ein, wo wir den Tag bei Essen und Trinken in geselliger Runde ausklingen ließen. Bis in den frühen Nachmittag hinein ergaben sich dabei viele gute Gespräche, die immer wieder sicherheitspolitische und militärhistorische Themen an den Tisch brachten.
Ein großer Dank gilt Kamerad OG d.R. Daniel Förder, der diese Veranstaltung geplant, organisiert und als Leitender durchgeführt hat. Sein Einsatz hat den Tag zu einem vollen Erfolg gemacht. Wir freuen uns bereits auf unsere nächste gemeinsame Veranstaltung.







































Die Muna selbst besuchen
Das Muna-Gelände wird von der Gemeinde Münster (Hessen) betrieben; die Ausstellung „MUNATUR“ wurde vom Büro für Erinnerungskultur konzipiert. Wisentwald und Ausstellung sind während der Öffnungszeiten frei zugänglich, die Führungen mit Kevin Dunn finden ehrenamtlich statt. Termine, Buchung und weitere Informationen gibt es unter muenster-hessen.de/muna sowie beim Büro für Erinnerungskultur.
Neugierig geworden?
Du bist Reservist oder interessierst dich für Militärgeschichte, die Arbeit der Reserve und die Kameradschaft? Dann schau gerne bei einer unserer nächsten Veranstaltungen vorbei – wir freuen uns auf dich! Mehr Infos findest du unter Mitglied werden.
Text: Florian Tauber. Bilder: Michael Spanheimer.






























































